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Über gut, besser, am besten

Steigerungen wie „gut, besser, am besten“ oder „schnell, schneller, am schnellsten“ u.ä. sind an sich lediglich Formulierungen, die einen Zustand oder eine Richtung festhalten. Eine feine Sache. Man kennt sich aus. Die Richtung heißt einfach vorwärts und dabei nach oben. Alles bündelt sich in Richtung Optimierung, Ökonomisierung mit Blick auf das Siegertreppchen. Was auch immer das Siegertreppchen für uns ist. Das ist grundsätzlich nicht schlecht, wenn diese Steigerungen nach vorne freundliche und kluge Gesellen sind, die uns auch bremsen, wenn wir ins „koste es, was es wolle“ geraten und uns mahnen, wenn eine Pause einzulegen ist und uns etwas schubsen, wenn wir etwas Schubs brauchen und uns zu einer Umkehr mahnen, wenn das nötig ist und die Steigerung doch etwas zu halsbrecherisch angelegt war oder sich auf dem Weg als halsbrecherisch für uns erweist. Hinpurzeln möchten wir ja nicht. Das Schöne an Steigerungen ist: Sie sind keine Gesetzestexte. Man kann sie einfach loslassen. Und anstelle ihrer andere Formulierungen suchen, die besser passen. Oder die uns wohler tun. Es gibt so viele Worte aus denen wir wählen können. Nicht nur bei den Adjektiven, auch bei den Verben lohnt es zu stöbern, ob sich unter ihnen in Verbindung mit uns Formulierungen als freundliche Gesellen finden lassen. Etwa: Stehen. Also: Ich stehe. Oder: Gehen. Also: Ich gehe. Warum nicht? Formulierungen halten auch hier nur Zustände fest. So können wir es sehen. Finden wir doch unsere Worte und bauen uns unsere Formulierungen und gehen wir in diesen und mit diesen. In Freundlichkeit. Das hat doch etwas. In Worten und in Formulierungen sich aufheben und aufgehoben sein. Eine Zeitlang. Dann wieder neue finden. Auch hier, wie das Leben eben ist, immer wieder dieses „welcome“ und „good bye“.

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